Montag, 23. Juni 2014

23.06. Regen-Riga

Heute habe ich ausgeschlafen, ausgiebig Kaffee getrunken, noch ein paar Fotos gemacht.
Erst nach 10h bin ich gen Riga aufgebrochen, immer an der Küste entlang. Die Strecke ist idyllisch, jedoch rechts und links bewaldet, sodass man vom Meer fast nie irgendwas sieht.

Es herrscht Aprilwetter, ein Mix aus Sonne, Wolken, Regen - dazu ist es eher windig und nicht gerade warm.

Der Riga City Camping, den ich mir herausgesucht hatte, existiert zum Glück noch. Ich zahle 10 Euro für den Bus plus 3 für mich.
Ein kleiner einfacher Campingplatz, voller als ich dachte (quasi T4-Treffen und viele weiße Riesen), in einer halben Stunde ist man zu Fuß in der Altstadt. Ich bin auch heute mittag hin spaziert, aber bei dem Wetter macht das echt keinen Spaß.

Stattdessen liege ich jetzt im Bus, während der Regen aufs Dach trommelt. Immerhin mit viel Zeit, mich ausgiebig mit der Internet-Problematik zu beschäftigen, und habe es nun endlich hingekriegt, mir so einen Datenpass zu besorgen von meinem Provider, mit dem ich jetzt für 2,95 Euro 24 Std. lang surfen kann (max 50MB). Ich schreibe auf dem Netbook - mit dem Handy ist es mir partout nicht gelungen, die Blogseite zum Editieren aufzurufen (scheint am Opera Mobile Browser zu liegen). Mein Yahoo-Mail-Account wiederum kann ich nur übers Handy einsehen - auf dem Netbook bekomme ich jedes Mal die Meldung, meine Username/Passwort sei falsch. Aber egal, ich komm an alles irgendwie ran - vielen Dank noch mal an meine Kollegen Stephan und Olaf für den Hinweis mit dem mobilen Hotspot. Klappt, sogar mit Symbian!

Eigentlich ist heute das Mittsommernachts-Fest in der Stadt, da ist schon eine große Bühne aufgebaut und Buden etc., aber brrr, bei dem Regen mag ich gar nicht raus.
Die Autos, die mir heute auf der Schnellstraße entgegenkamen, waren oft mit Laub geschmückt, und viele Leute haben auf den Wiesen Blumen gepfückt. Die rimi-Supemarktkassiererin eben hatte auch einen Blumenkranz im Haar.

Also, Riga ist bestimmt ganz toll, aber da muss ich noch mal bei Sonnenschein wieder kommen.

Hier meine wenigen Fotos aus Vecriga, der Altstadt. (Noch während ich die Kamera hielt, fing es schon wieder an zu tröpfeln.)



Ich werde mir morgen wohl die Guided City Tour geben, die vormittags ab Campingplatz angeboten wird, aber danach breche ich dann Richtung Grenze auf.

Sonntag, 22. Juni 2014

22.06. Lettland - Kap Kolka


Ich liege im Bett am Kap Kolka.


Die Fährfahrt von Travemünde nach Ventspils lief reibungslos, war fast ein bisschen langweilig.

Ich kam spät zur Fähre, weil im Internet als Check-In-Zeit 17:30h angegeben war (Abfahrt 18h).
Da waren aber offenbar alle anderen PKWs schon an Bord. (Später auf meinem Bordkartenumschlag war dick aufgedruckt, dass man spätestens 2 Std. vor Abfahrt einchecken müsse.)

Ich fuhr als einer der letzten mit den ganzen LKWs unten auf Deck 3 mit, was heute den Vorteil hatte, dass ich das Schiff auch als einer der ersten wieder verlassen habe.

Mein günstiges "Bett in 4er-Damenkabine", das ich so hostel-mäßig gebucht hatte, entpuppte sich als Glücksfall, denn es kamen keine weiteren Damen, sodass ich das komplette Zimmer für mich allein hatte - mit Meerblick und Nasszelle, welch ein Luxus!

Ich fuhr gegen 20:15h (Ortszeit) von Bord und machte mich direkt auf den Weg nach Nordosten zum Kap Kolka.

Hier ist ein Kies-Parkplatz, wo schon ein Wohnmobil und ein paar PKWs standen, zum Strand geht man eine Minute durch den lichten Wald.

Ich habe einen langen Sonnenuntergangs-Spaziergang am Wasser entlang gemacht, bin von der Ostsee zum Golf von Riga gelaufen und zurück :)

 
 
Rauhe einsame sandige Landschaft, endlos viele schneeweiße Muscheln, rauschende schaumgekrönte Wellen, verwittertes Treibholz, dazu ein steifer Wind wie am Ordinger Strand.

Selbst die löchrigen Boote und der rostige Traktor werden wohl nie wieder ihrer eigentlichen Bestimmung nachkommen - sie sehen so aus als stünden sie hier seit Jahrzehnten, als seien sie mitten während der Arbeit von einer Minute auf die nächste plötzlich aufgegeben worden.

Freitag, 20. Juni 2014

Ich werde langsam nervös. In 24 Stunden checke ich schon bei der Fähre ein. Habe noch nicht mal meine Klamotten gepackt.Unglaublich, was hier noch in der Wohnung steht und im Bus verstaut werden muss. Sonst reise ich immer mit einem 12kg-Rucksack (und da sind die Campingsachen schon drin), und jetzt sieht es hier so aus, als würde der halbe Hausstand mitkommen.

Meine lieben Kolleginnen haben mich gestern mit einem Gute-Reise-Naschpaket überrascht :)

Schweinchen Dick, das obenauf thronte, wird mich ab sofort auf dem Armaturenbrett begleiten.

Und die Leckerlis sind in die Futtervorratskiste gewandert.

Diese Kanister werden für die Wasserversorgung mitkommen:

Und das ist meine mobile Dusche:
Eine Kiste Mineralwasser und ein paar versiegelte 5l-Kanister mit Trinkwasser hab ich zusätzlich dabei.

Ich glaube, man könnte mich auch einfach vier Wochen in den Bus einsperren, und ich käme gut gelaunt und wohl genährt wieder heraus.